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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Video- und Audio-Schach
von Peter Schreiner - März 2002
 
Schachspielen auf einem Schachserver bietet viele Vorzüge. Man findet jederzeit spielbereite Schachpartner aus aller Welt und ist nicht an fest vorgegebene Spielzeiten gebunden. Einige Schachspieler vermissen jedoch beim Spielen auf den gängigen Schachservern eine persönliche Atmosphäre wie im Schachklub. Dort kann man seinen Gegner sehen, mit ihm sprechen und direkt seine Reaktionen während einer Partie beobachten. Der noch relativ junge Fritz 7-Schachserver von ChessBase bietet jetzt mit der direkten Integration von Audio + Video ein einzigartiges Feature, das diesem Bedürfnis nach mehr persönlichem Kontakt Rechnung trägt und von keinem anderen bekannten Schachserver geboten wird.
 
 
Die Anwendungen
Es ist mit Hilfe einer Webcam/Soundkarte und Mikrofon möglich, direkt mit seinem Spielpartner visuell und verbal zu kommunizieren, egal ob der Gegner in der Nachbarstadt oder auf der anderen Seite des Globus sitzt! Konkret kann man damit unter der Fritz 7-Oberfläche drei Anwendungen realisieren:
  1. Chat - man kann sich unmittelbar mit dem Gegner unterhalten und dabei gleichzeitig sehen.
     
  2. Partiespiel - wie vom Schachklub gewohnt, kann man seine Blitzpartien spielen und gleichzeitig den Gegner sehen und mit ihm sprechen. Es spricht also nichts dagegen, den Partner mit frechen Sprüchen aus dem Konzept zu bringen ...
     
  3. Training - man kann in dem "Raum" Training & Unterricht gemeinsam Partien analysieren und neben den bereits bekannten Kommentierungsformen wie Varianten, Text oder graphischen Symbolen gleichzeitig miteinander sprechen und sich ansehen. Dieses Feature kann z.B. auch für den Schachunterricht über größere Distanzen hinweg sinnvoll genutzt werden. Die Beschreibung verdeutlicht, dass dieses Feature einiges Potential in sich birgt, die Kommunikation und den Kontakt mit weit entfernten Schachfreunden zu beleben.
Bevor man loslegen kann, sind einige vorbereitende Maßnahmen notwendig, damit das Feature optimal genutzt werden kann. Welche Hardware benötigt man, wenn man das Audio/Video Feature von Fritz 7 benutzen möchte? Aufgrund unserer Beschreibung in den letzten RE-Ausgaben sollte klar sein, dass ohne Fritz 7 und einen funktionierender Internetzugang nichts geht. Die Integration von Audio und Video ist brandneu und war in der Erstauflage auf der Produkt-CD noch nicht enthalten. Das entsprechende Update für Fritz 7/Shredder 6 mit den zahlreichen Neuerungen steht unter www.chessbase.de in der Rubrik Download bereit.
 
 
Die Hardware - Webcam + Soundkarte
Ohne eine Webcam, die quasi das Auge des Internets darstellt, geht natürlich gar nichts. Um sich eventuelle Enttäuschungen zu ersparen, sollte man vor dem Kauf einige Systemvoraussetzungen beachten. Das Audio/Videofeature basiert auf dem Programm Netmeeting von Microsoft, das wir im nächsten Abschnitt vorstellen. Die Systemvoraussetzungen dafür sind leicht zu erfüllen. Mit einem PII/300 MHz und 128 MB RAM sind Sie auf der sicheren Seite. Webcams sind heutzutage relativ preiswert, ab 35 Euro kann man Modelle bekommen, die für den Einsatz auf dem Fritz 7-Server gut geeignet sind.
 
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Computer eine USB-Schnittstelle hat. Bei einem neuen Rechner können Sie getrost davon ausgehen, dass er auch mit USB-Schnittstellen ausgestattet ist. USB (steht für Universal Serial Bus) ist eine I/O-Schnittstelle, die dem üblichen Steckerwirrwarr der unterschiedlichen Peripheriegeräte ein Ende bereiten soll. Der USB kennt nur einen Steckertyp für alle Geräte, so dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Die Identifikation der Geräte wird vom USB-Hostadapter im Rechner durchgeführt, der auch die Grundkonfiguration vornimmt.
 
Der USB ist besonders anwenderfreundlich, da er automatisch das Laden gerätespezifischer Treiber veranlasst. Es sind keine besonderen Einstellungen notwendig, wie korrekte Terminierung, Jumperbelegung oder Protokoll-Einstellungen. Die USB-Spezifikation sieht übrigens das Zufügen und Entfernen der Peripherie-Geräte im laufenden Betrieb vor. Typische Peripheriegeräte die über USB angeschlossen werden können sind z.B. Tastatur, Maus, Joysticks, ISDN-Adapter, Scanner und eben auch eine Webcam. Wenn Sie einen relativ neuen Rechner besitzen, sollte der Rechner mit einem USB-Anschluss ausgestattet sein. Ältere Modelle sind oft schon für USB vorbereitet.
 
Ein Blick in das Bios-Setup gibt Aufschluss über diese Möglichkeit. Die notwendigen Anschlüsse können in diesem Fall einfach nachgerüstet werden. Als Betriebssystem müssen Sie augenblicklich noch Win98, Win2000, WinXP (Pro) verwenden. Ältere Windowsversionen wie z.B. Windows 95, unterstützen übrigens kein USB. Fast alle neuen Webcams werden über die USB-Schnittstelle mit dem Computer verbunden. Der USB-Anschluss versorgt die Kamera mit Strom, so dass kein separates Netzteil benötigt wird. Ein weiterer Vorzug: Die Kamera kann am laufenden Computer ein- und ausgesteckt werden.
 
Die Installation per USB ist einfach. Sobald die Kamera mittels USB-Verbindungskabel mit dem Rechner verbunden wird, erkennt der Computer die Kamera und verlangt nach den entsprechenden Treibern. Diese befinden sich meist auf der mitgelieferten CD-ROM des Produktes. Nach der Installation sollte man zuerst mit den Grundeinstellungen der Kamera etwas experimentieren, um eine möglichst optimale Darstellung zu bekommen.
 
Falls etwas schief läuft, ist das kein Grund zur Sorge, da man jederzeit wieder auf die Werkseinstellungen zurückgreifen kann. Mit den Webcams ist es möglich, jederzeit Bilder anzufertigen oder kleine Videos aufzuzeichnen. Falls Sie in Ermanglung von USB mit einer Kamera liebäugeln, die einen Parallelanschluss hat, raten wir dringend von dem Kauf ab. Eine Zusammenarbeit mit Netmeeting ist nicht möglich, weil die Belastung des Prozessors zu groß ist und kein kontinuierlicher Datenstrom fließen kann.
 
Bei der Soundkarte empfiehlt es sich, eine PCI-Soundkarte anzuschaffen. Diese Karte bieten im Unterschied zu älteren ISA-Soundkarten oder "preiswerten" On-Board-Karten den großen Vorzug, dass sie "duplexfähig" sind. Dies bedeutet, dass man gleichzeitig hören und sprechen kann, was bei den billigeren Ausführungen nicht möglich ist.
 
Für die Qualität der Übertragung ist ein Mikrofon ebenfalls wichtig. Viele Webcams besitzen ein eingebautes Mikrofon, was auf den ersten Blick vorteilhaft zu sein scheint. Aber nur auf den ersten Blick. Bei dieser Variante müssen Lautsprecher angeschlossen und aktiviert sein, damit man den anderen Teilnehmer hören kann. Daraus resultieren häufig unangenehme Rückkopplungseffekte. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass alle Daten, egal ob Video oder Audiodaten, immer etwas zeitverzögert bei ihrem Gegenüber oder ihnen selbst ankommen.
 
Damit wird die Qualität - sprich flüssiges Sprechen - so gut wie ausgeschlossen. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt einem Headset den Vorzug geben. Ein Headset ist ein Kopfhörer mit einem eingebauten Mikrofon und räumt mit den zuvor beschriebenen Nachteilen auf. Keine Rückkopplungseffekte durch die Lautsprecher, das zeitverzögerte Audiosignal wird nicht mehr wahrgenommen und damit ist ein flüssiges Sprechen problemlos möglich.
 
 
Netmeeting
Der Audio/Video Chat von Fritz 7 basiert auf dem Programm Netmeeting von Microsoft. Seit Version 4 des Internet Explorers ist Netmeeting eine wenig bekannte und häufig etwas unterschätzte Komponente. Mit Hilfe des Programms kann man z.B. chatten, sich also direkt mit dem Gegner unterhalten. Wenn beide Seiten eine Webcam besitzen, stellt Netmeeting alle Voraussetzungen für ein vollwertiges Videokonferenzsystem zur Verfügung. Wenn Sie keine Webcam, aber eine Soundkarte mit Mikrofon besitzen, können Sie sich zumindest mit ihrem Gegner unterhalten. Umgekehrt geht es natürlich auch.
 
Beim Einsatz von Netmeeting sollte man unbedingt berücksichtigen, dass es keine triviale Angelegenheit ist, wenn digitale Videos mit einem relativ langsamen Zugang, z.B. einem Modem, verschickt werden. Sie sollten daher versuchen, sich den technischen Gegebenheiten anzupassen. So kann man z.B. über Extras - Optionen - Video die zu sendende Bildgröße einstellen. Wenn die kleine Darstellung gewählt wird, müssen dementsprechend weniger Daten transportiert werden.
 
Noch ein Hinweis: beim Einsatz von Netmeeting muss man berücksichtigen, dass die Video- und Tonqualität stark von der Qualität der Telefonverbindung abhängig ist. Modem, ISDN oder T-DSL machen da keinen Unterschied. Die Qualität der Übertragung kann morgens viel besser sein als zu den Stosszeiten in den frühen Abendstunden. Wenn Sie in Fritz 7 den Audio/VideoChat aktivieren, wird automatisch Netmeeting gestartet und bei Fritz 7 in die Programmoberfläche eingebunden. Sollte Netmeeting nicht auf dem Rechner installiert sein, müssen Sie es ggf. nachinstallieren.
 
 
In der Praxis
Nachdem die Systemvoraussetzungen geklärt sind, kommen wir nun zum praktischen Teil. Wie wird der Audio/Video Chat in Fritz 7 aktiviert und was kann man konkret mit dem Feature anfangen? Den Audio/Video Chat unter Fritz 7 aktivieren Sie wie folgt:
  • Setzen Sie im Hauptfenster ein Häkchen unter Extras - Audio/Video Chat aktivieren.
     
  • Im nächsten Schritt klicken Sie unter dem Menüeintrag Fenster - Fensterflächen - "Audio/Video Chat" an. Damit wird das Fenster Video geöffnet, in dem die beiden Videos der Spieler stehen sollen. Nach dem ersten Start finden Sie zuerst zwei Platzhalter mit der Bezeichnung Netmeeting für die Videos auf dem Bildschirm.Allmählich bekommt das Feature Konturen. Die Platzhalter signalisieren, dass jetzt Netmeeting gestartet wurde. Jetzt gilt es, die Verbindung mit dem Gegenüber per Netmeeting zu aktivieren.
     
  • Der linke Platzhalter repräsentiert ihre Webcam, der zweite Platzhalter steht für das Video ihres Partners. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Logo des linken Fensters und deaktivieren Sie "Unterbrechen". Jetzt erkennen wir den ersten Fortschritt. Statt dem Platzhalter erscheint jetzt die Übertragung mit der eigenen Webcam.
Nach diesem Schritten haben Sie von Ihrer Seite aus alle Vorbereitungen für den Audio/Video Chat getroffen. Wie können nun andere Spieler oder Sie selbst auf dem Schachserver erkennen, ob mit einem Teilnehmer eine Kommunikation per Video möglich ist? Wenn Sie einen Blick in das Fenster mit der Spielerliste werfen, finden Sie unter der Spalte Status einen Hinweis, ob ein Teilnehmer seine Webcam aktiviert hat. Ist dies der Fall, wird dies klipp und klar unter "Status" mit Video gekennzeichnet.
 
Wenn Sie jetzt einen Teilnehmer mit dem Status Video in der Spielerliste anklicken, können Sie ihn mit einem Klick auf den Button "Audio/Video Chat Anfrage" zu einem Gespräch einladen. Wenn der Partner die Einladung zu der Videokonferenz annimmt, müssen Sie lediglich in dem rechten Platzhalter dessen Videoübertragung schalten. Aktivieren Sie einfach mit einem Rechtsklick auf den Platzhalter die Übertragung des Partners.
 
Nachdem die Videoübertragung aktiviert wurde, können Sie den Teilnehmer sehen und mit ihm sprechen. Wenn Sie mit ihm eine Partie spielen, wird zusätzlich die Darstellung mit den beiden Videos in das Brettfenster übernommen. Sie können sich während der laufenden Partie sehen und unterhalten. Dieses Feature hat für mich immer dann einen ganz besonderen Reiz, wenn man sich bewusst macht, dass der Partner in den USA oder in Australien sitzt.
 
Es dürfte klar sein, dass dieses Feature für die Knüpfung neuer Kontakte und Freundschaften ungemein förderlich ist. Zwischenzeitlich freue ich mich schon auf die nächsten Blitzpartien mit meinem neuen Schachfreund Ted aus Alabama, natürlich erst dann, nachdem seine Ehefrau und die Kinder begrüßt wurden ...
 
 
Training und Analyse online!
Skeptiker werden die Ansicht vertreten, dass dieses Audio/Video Feature reiner Schnickschnack ist. Schön, man kann den Gegner sehen und mit ihm sprechen. Ganz nette Sache, aber welchen effektiven Nutzen hat das für den aktiven Schachspieler? Gemach gemach, denn es gibt durchaus die Möglichkeit, den Audio/Video Chat sehr konstruktiv einzusetzen.
 
Ambitionierte Schachspieler werden sich zukünftig häufig in dem Raum "Training & Unterricht" auf dem Fritz 7-Server tummeln. Grund: In diesem "Raum" kann man mit einem Partner gemeinsam Partien oder Stellungen analysieren, sich dabei unterhalten und ansehen! Verdeutlichen wir einmal an einem praktischen Beispiel worum es geht. Nehmen wir an, Sie wohnen in Köln und Sie möchten mit einem Schachfreund aus Berlin die letzte Partie aus einem Mannschaftskampf analysieren.
 
Die Kommunikation verlief per Email immer etwas schleppend. Zuerst haben Sie in die Partienotation Kommentare und Analysen eingefügt und anschließend per Email an den Schachfreund weitergeleitet, der hat dann die Notation überarbeitet und Ihnen wiederum die erweiterte Notation zugeschickt usw. Auf dem Fritz 7-Server können beide Schachfreunde ganz normal und verzögerungsfrei analysieren und neben den klassischen Kommentierungsformen direkt miteinander sprechen.
 
Es liegt auf der Hand, dass sich diese Option ideal für individuelles Schachtraining oder Unterricht eignet und zukünftig intensiv dafür genutzt wird. Schauen wir uns einmal an, wie die Verbindung aufgebaut wird und welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Aktivierung des Chats funktioniert wie zuvor beschrieben. Wichtig: Die Trainingsfunktion wird nur dann unterstützt, wenn sich beide Partner in dem Raum Training & Unterricht befinden!
 
Klicken Sie jetzt den Teilnehmer mit dem Status Video in der Spielerliste an und klicken Sie auf den Button Analyse. Damit laden Sie den Partner zu einer gemeinsamen Analyse der Partie ein. Wenn die Einladung akzeptiert wurde, können sich beide Parteien während der Analyse einer Partie sehen und miteinander sprechen. Welche Möglichkeiten stehen zusätzlich zur Verfügung?
  • Während der Analyse einer Partie kann eine Seite Züge, Varianten oder Textkommentare eingeben, die auf dem Bildschirm des Partners sofort angezeigt werden. Damit es nicht zu Überschneidungen kommt, kann man über den Dialogschalter "Analysekontrolle" entweder die Kontrolle über die Bretteingabe anfordern oder bei Anfrage des Partners abgeben. Die Option "Autorequest" ermöglicht es, dass beide Seiten abwechselnd Züge auf dem Brett ausführen können. Mit den Elementen Notation, Varianten, Text, Markierungen auf dem Schachbrett und direktem Kontakt steht einer vollwertigen Schachvideokonferenz nichts mehr im Wege.
     
  • Falls Sie dem Partner eine bestimmte Partie oder Stellung aus einer Datenbank zeigen wollen, starten Sie unter dem Menüpunkt Partie die Option Anfangszüge laden. Damit öffnen Sie das Datenbankfenster von Fritz 7 und können eine Partie oder Position aus einer beliebigen Datenbank laden, die Sie mit Ihrem Partner gemeinsam untersuchen wollen.
     
  • Während der gemeinsamen Analyse ist es nützlich, wenn eine Schachengine im Hintergrund mitrechnet. Diese Option steht beiden Partnern zur Verfügung. Dies ist vor allem dann instruktiv, wenn beide Teilnehmer unterschiedliche Engines einsetzen. Aktivieren Sie unter dem Menüpunkt Engine den Eintrag "Kiebitz hinzuholen" und schon steht ein elektronischer Sekundant zur Verfügung. 
 
Fazit
Mit dem jetzt integrierten Audio/Video Chat bietet der Fritz 7-Schachserver ein Feature, das eine persönliche Atmosphäre schafft und großen Unterhaltungswert bietet. Die vereinfachte Kommunikation mit weit entfernten Schachfreunden ist ein weiterer interessanter Aspekt. Wer individuelles Schachtraining oder Unterricht über größere Distanzen hinweg erteilen will, für den gibt es zu dieser Funktion momentan keine ernstzunehmende Alternative.
 
Peter Schreiner
 
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