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Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
Die schwarzen Figuren stehen äußerst aktiv. Nun gilt es loszuschlagen. Haben Sie eine Idee, wie Schwarz seinen Gegner zur Aufgabe zwang?
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zu www.chessbase.dePeter Schreiner
 
 
Anwendertipps zu Fritz
Teil 4, von Peter Schreiner - November 2002
 
 
Pflege der Fritz7-Oberfläche
Fritz wurde als Multi-Engine-System konzipiert. Dies bedeutet, dass die grafische Oberfläche (=GUI) und das eigentliche Schachprogramm strikt voneinander getrennt sind und über eine vordefinierte Schnittstelle miteinander kommunizieren. Damit werden dem Anwender ideale Voraussetzungen geboten, mit möglichst vielen Schachprogrammen unter einem einheitlichen Interface mit vertrautem Funktionsumfang zu arbeiten.
 
Aktuell gibt es von ChessBase mehrere Programme (Deep Fritz 7, Fritz 7, Shredder 6 und Hiarcs 8), die sich lediglich durch die Schachengine und das Eröffnungsbuch unterscheiden. Die mitgelieferte graphische Oberfläche ist jedoch bei allen Programmen identisch und wird nur auf die jeweiligen Namen umgeschaltet. Daher ist es möglich, alle Programme ins gleiche Verzeichnis zu installieren und eine schon vorhandene, ältere Version der Graphik einfach zu überschreiben.
 
Das ist wesentlich übersichtlicher und erleichtert die Installation der Programmverbesserungen ("Updates"). Die unterschiedlichen Engines und Eröffnungsbücher sind davon nicht berührt. Sie können im Menü Extras-Optionen-Version den Programmnamen jederzeit selbst umschalten und enginespezifische Funktionen aktivieren.
 
Die von Microsoft herausgegebenen Richtlinien für Applikationen unter Windows schreiben vor, dass alle Programme in Unterverzeichnisse von C:\Programme installiert werden. Alle ChessBase-Programme stehen daher unter C:\Programme\ChessBase. Shredder 6 wird z.B. unter C:\Programme\ChessBase\Shredder6 installiert. Wenn Sie benutzerdefiniert installieren wollen, können Sie jedoch auch einen frei definierten Pfad wie z.B. C:\Programme\ChessBase\GUI7 vorgeben und immer dort hinein installieren.
 
Auf den Downloadseiten von ChessBase oder den CDs des ChessBase-Magazins finden Sie immer die aktuellsten Updates für die graphischen Oberflächen von Deep Fritz 7, Fritz 7, Hiarcs 8 und Shredder 6. Die Updates enthalten alle zuvor veröffentlichten Programmverbesserungen und Korrekturen. Das Releasedatum Ihrer Programminstallation können Sie unter dem Menüpunkt Hilfe-Über... abrufen. In der Titelzeile des eingeblendeten Infofensters können Sie das Releasedatum ablesen.
 
Es ist also völlig ausreichend, wenn Sie auf Ihrem System nur eine GUI (= Oberfläche) installieren und pflegen, da die Oberflächen von Shredder 6, Hiarcs 8, Fritz 7 oder Deep Fritz 7 technisch völlig identisch sind. Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, warum dann auf jeder CD eine Version der Oberfläche mitgeliefert wird? Der Grund liegt darin, dass der Anwender des Produkts natürlich ohne Oberfläche nicht mit dem Programm spielen kann. Die GUI mit den vielen Funktionen wird von ChessBase konsequent weiterentwickelt. Es ist daher immer empfehlenswert, eine möglichst aktuelle Version des Programms einzusetzen.
 
Wenn Sie einmal eine Oberfläche installiert haben, können Sie z.B. problemlos ein Update oder eine neuere Programmversion über die existente Version "darüberinstallieren". Das zuvor beschriebene Verfahren bietet nur Vorteile: Sie haben immer die aktuellste Version verfügbar und sparen im Unterschied zur parallelen Installation kostbaren Festplattenspeicher ein.
 
Tipp: Unter Extras-Optionen-Version können Sie enginespezifische Optionen einstellen. Wenn Sie hier jetzt z.B. Fritz 7 einstellen, wird dann der Fritz-Mark für diese Engine aktiviert. Wenn sie Deep Fritz 7 einstellen, läuft dessen interner Test unter der Oberfläche ab.
 
 
Unklare Stellungen mit Fritz analysieren
Eine Hauptanwendung von Schachprogrammen ist die Analyse unklarer kritischer Stellungen. Neben der interaktiven Analyse im Monitormodus ist die in Fritz implementierte Funktion "Stellung ausspielen" besonders hilfreich, um zu einer genauen Einschätzung und Bewertung einer unklaren Stellung zu kommen. Das Prinzip: Unterschiedliche Engines spielen die Stellung mit wechselnden Rechentiefen oder Bedenkzeiten gegen sich selbst aus.
 
Im Unterschied zum Monitormodus besteht der Vorzug darin, dass die Engines viel tiefer in Stellung eindringen können. Die automatisch in der Datenbank Shootout gespeicherten Partieresultate stellen die erste Grundlage für eine Einschätzung dar. Alle Schachengines sind zwar bei der Analyse konkreter taktischer Probleme sehr zuverlässig, die Bewertung tiefliegender Stellungsfaktoren kann jedoch den Rechenhorizont überschreiten und erst etliche Züge später die Bewertung beeinflussen. Die Funktion hilft dabei, diese Schwachstelle zu umgehen und zu einer genaueren Beurteilung mit Hilfe von Schachengines zu kommen.
 
 
Computeranalysen dauerhaft speichern
Wenn Sie mit Fritz 7 oder ChessBase 8 Partien oder Stellungen im Analysemodus nachspielen, kann es sinnvoll sein, die Ergebnisse dauerhaft zu speichern. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Nehmen wir an, Sie möchten die Resultate der aktuellen Stellung nachträglich einsehen. Mit einem Rechtsklick in das Enginefenster starten Sie ein Kontextmenü. Wählen Sie jetzt die Funktion Analyse in Zwischenablage. Die Stellungsbeschreibung der aktuellen Partie wird inkl. der bisher erzeugten Hauptvarianten in die Zwischenablage kopiert. Das Ergebnis sieht - in gekürzter Form - wie folgt aus:
 
Timman,J - Ree,H
r4bk1/ppp2p2/4rP1p/4p3/7B/7P/PPP3P1/3R1RK1 w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
20.Tf3 Ld6 21.Tg3+ Kh8 22.Tg7 Tf8 23.Kf2 e4 24.Ke3 Le5 25.Td7 = (0.16)
Tiefe: 13/36 00:00:52 20925kN
20.Tf3 Lc5+ 21.Kf1 Td6 22.Txd6 cxd6 23.Lf2 Kh7 24.Lxc5 dxc5 25.Tg3 Tg8 26.Te3 Tg6 = (0.25)
Tiefe: 14/36 00:02:15 54282kN

 
Über die Einfügen-Funktion von Windows (STRG-V) kann man die Analyseergebnisse in eine Textverarbeitung übernehmen und ausdrucken. Wenn Sie alle relevanten Hauptvarianten lieber direkt in die Notation einfügen wollen, können Sie die Resultate auch als Textkommentar in die Notation einfügen.
  • Aktivieren Sie - wie zuvor beschrieben - die Funktion Analyse in Zwischenablage.
  • Öffnen Sie das Textkommentarfenster mit STRG-A.
  • In dem Textfenster können sie jetzt mit STRG-V die Analysen einfügen. Schließen Sie das Fenster mit OK und die Analysen werden in die Notation eingefügt. Die Analysen können Sie dauerhaft mit der Partie abspeichern und jederzeit nachträglich einsehen.
Mit der Funktion "Kopiere in Notation" aus dem Kontextmenü (Rechtsklick in das Enginefenster) übernehmen Sie die Hauptvariante, die Stellungsbewertung und den Namen der Schachengine direkt in die Notation.
 
 
Tastenbelegung individuell konfigurieren
Viele Anwender bevorzugen bei der Arbeit mit ihren Programmen die Befehlseingabe über die Tastatur. In Fritz 7 können Poweruser viele Funktionen mittels sogenannter Hotkeys abrufen. Als Hotkey bezeichnet man eine Tastenkombination, die unmittelbar einen Programmbefehl abruft. Wenn Sie z.B. mit Fritz 7 eine neue Partie starten wollen, drücken Sie einfach die Tastenkombination Strg+N. Es besteht die Möglichkeit, in Fritz 7 die Hotkeys benutzerdefiniert anzupassen. Unter dem Menüpunkt Extras-Anpassen kann eine Liste mit allen im Programm implementierten Hotkeys abrufen.
 
Die Liste bietet Ihnen nicht nur einen kompletten Überblick über alle Hotkeys und deren Funktionalität. Sie können in dem Dialog die Tastaturkombinationen anpassen. Betrachten wir diese Möglichkeit an einem konkreten Beispiel. Nehmen wir an, Sie möchten eine neue Partie nicht mit der Tastenkombination Strg+N, sondern mit einem Tastendruck auf die Taste F6 starten.
 
Wählen sie unter Extras den Dialog Anpassen. Die Liste ist alphabetisch sortiert. Das erleichtert es uns, rasch den entsprechenden Eintrag für "Neue Partie" aufzufinden. Wir scrollen jetzt in der Liste zu dem entsprechenden Eintrag und klicken ihn an. In dem Eingabefeld "Aktuelle Tasten" wird die aktuell zugeordnete Tastenkombination angezeigt. In dem Eingabefeld "Neue Tasten vergeben" können wir jetzt unsere bevorzugte Tastenkombination "F6" eingeben. Dazu drücken wir einfach die gewünschte Taste oder die Tastenkombination. Ein Klick auf "Zuweisen" schließt die Definition ab. Zukünftig können Sie in Fritz 7 eine neue Partie mittels der Taste F6 starten.
 
 
Eröffnungsbücher mit Fritz aktualisieren
Die Eröffnungsbücher für Fritz sind als Positionsbaum konzipiert. Die Baumansicht bietet zahlreiche statistische Informationen, die für die Beurteilung der Qualität einzelner Fortsetzungen ungemein hilfreich sind. Den Positionsbaum kann man erweitern und aktualisieren. Dazu stehen prinzipiell zwei Methoden zur Verfügung. Entweder werden zwei Bücher miteinander kombiniert (Menü Bearbeiten-Buch-Buch verschmelzen) oder neue Partien werden in den Positionsbaum importiert (Menü Bearbeiten-Buch-Partien importieren).
 
1. Bücher verschmelzen
Das Verschmelzen zweier Eröffnungsbücher ist einfach. Das Zielbuch definiert man, indem man den Positionsbaum über das Menü Datei-Öffnen-Eröffnungsbuch aktiviert. Dieses Buch wird später die Züge des zu importierenden Positionsbaums enthalten. Klicken Sie auf den Schalter Buch im Notationsfenster, um den Inhalt des Baums anzuzeigen. Im nächsten Schritt wählen wir jetzt das Buch aus, das importiert werden soll.
 
Dies könnte z.B. ein Positionsbaum mit Ihrem Eröffnungsrepertoire oder ein Buch eines anderen Schachprogramms sein. Sie wählen Bearbeiten-Buch-Buch verschmelzen. Danach startet der Import, der je nach Datenumfang etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Während das Programm arbeitet, informiert Sie eine Statusanzeige über den Fortschritt beim Import.
 
2. Partienimport
Die zweite Methode zur Aktualisierung eines Buches besteht darin, dass man neue Partien in den Baum importiert. Nehmen wir an, Sie möchten alle Partien einer Datenbank in den Baum importieren. Das Menü Bearbeiten-Buch-Partien importieren startet den Dateidialog von Windows, in dem Sie die Datenbank auswählen können, die importiert werden soll und bestätigen die Auswahl mit OK. In dem Dialog sollte die Einstellung "Länge berechnen" aktiviert werden, die für die spätere Größe des Buchs ausschlaggebend ist.
 
Die Länge der zu übernehmenden Variante wird in diesem Fall ab der letzten erkannten ECO-Klassifikationsstellung gezählt. Dabei entstehen je nach Klassifikation lange Varianten bei theoretischen Hauptsystemen und kurze Varianten bei frühen Abweichungen. Nach Abschluss des Dateiimports erhalten Sie eine kurze Information über die Anzahl der neuen Stellungen im Eröffnungsbuch.
 
3. Züge manuell eingeben
Es existiert natürlich auch die Option, Züge manuell in das Buch einzugeben. Ein Rechtsklick in das Buchfenster aktiviert ein Kontextmenü. Mit Hilfe der Option Zugeingaben erlaubt aus dem Kontextmenü können Sie direkt Züge in das Eröffnungsbuch einfügen. Schalten Sie vorher in den Analysemodus, um Antwortzüge des Schachprogramms auf ihre Eingaben zu unterbinden.
 
Peter Schreiner
 
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