Anwendertipps zu ChessBase 9.0

Teil 2, von Peter Schreiner – März 2005

Partienverlauf in ChessBase 9.0

Im Partienverlauf wird die Arbeit des Anwenders protokolliert und gespeichert. Das Programm speichert dabei jede Partie, die vom Benutzer geladen wurde. Damit ist gewährleistet, dass man ohne aufwendige Recherche schnell die Daten findet, mit denen man zuletzt gearbeitet hat. Arbeitet man an umfangreichen Analysen, legt ChessBase 9.0 automatisch in einem Intervall von 10 Minuten eine Sicherungskopie im Partienverlauf an.

VerlaufFür jeden Tag wird eine separate Datenbank angelegt. Ein Klick auf den Eintrag 'Partienverlauf' im linken Fenster öffnet die entsprechende Ansicht mit der vom Explorer nachempfundenen Datenstruktur. Unterhalb des Fensters mit der Verzeichnisstruktur findet man den Schalter 'Suche'. Damit startet man die Suchmaske und kann unmittelbar in den vorselektierten Ordnern nach bestimmten Partien suchen.

Je nach Arbeitsintensität steigt der Speicherbedarf für die einzelnen Datenbanken auf der Festplatte an. Deshalb besteht die Möglichkeit, die einzelnen Datenbanken aus ChessBase heraus zu löschen. Per Rechtsklick auf einen Ordner oder Pfad ruft man ein Kontextmenü auf, das die Option zum Löschen bietet. Die Funktion benutzt den Windows Papierkorb, die Datenbanken können also wieder hergestellt werden. Den Partienverlauf kann man auch abschalten, wenn z.B. Plattenspeicher gespart werden soll. Dazu deaktiviert man unter 'Extras - Optionen - Misc' die Option 'Partienverlauf'.

Der Partienverlauf ist übrigens auch in aktuellen Partiesitzungen aktiv. Unterhalb des Schachbrettes befindet sich die Buttonbar mit den Navigationspfeilen. Die grünen Pfeile entsprechen der Verlaufsfunktion eines Internetbrowsers. Darüber kann man alle Partien aus dem Partienverlauf des aktuellen Tages laden.

Partien automatisch vorführen

ChessBase 9.0 bietet die Möglichkeit, mehrere ausgewählte Partien automatisch auf dem Bildschirm vorzuführen. Die Vorgehensweise dafür ist einfach. Markieren Sie die vorzuführenden Partien und sammeln Sie diese in der Clipdatenbank. In Partielisten kann man die gewünschten Partien einfach mit STRG-Mausklick markieren, 'Rechtsklick - Bearbeiten - Auf Clipdatenbank'.

Anschließend öffnet man die Clipdatenbank, markiert die vorzuführenden Partien und startet die Vorführung mit einem 'Rechtsklick - Partien automatisch vorspielen'. In der Dialogbox 'Partie vorführen' kann man die Abspielgeschwindigkeit über den Schiebeschalter einstellen, die Vorführung anhalten oder beenden.

Hinweis zum Umgang mit Listenansichten

In den Listenansichten von ChessBase 9 gibt es mit dem neuen Update eine praktische Verbesserung: ein Tooltipp mit Diagrammvorschau für die Spalteneinträge 'P' (Position) und 'Endmaterial'. Dieser Tooltipp ist ungemein nützlich bei der Arbeit mit Positionsdatenbanken, weil man nicht explizit die Partie laden muss, um die Anfangstellung zu sehen.

Im Spielerindex kann man die Listenansicht nach dem Kriterium 'Titel' filtern. Im aktuellen Update ist eine Erweiterung hinzugekommen. Ein Klick auf 'Titel' berücksichtigt jetzt auch alle Weltmeister. Alle Weltmeister werden am Anfang der Liste aufgeführt und man kann direkt vom Spielerindex aus auf deren Partien zugreifen. In der Partienliste wird jetzt über den Tooltipp beim Partiedatum der entsprechende Wochentag angezeigt.

Häufig wird im Support die Frage gestellt, ob man eine vorgenommene Sortierung über die Spaltensortierung dauerhaft abspeichern kann. In der Liste kann jede Sortierung über 'Extras - Sortierung fixieren' dauerhaft mit der Datenbank abgespeichert werden.

Filteroption innerhalb von Listen

ChessBase 9.0 bietet mit der Filteroption die Möglichkeit, Suchabfragen innerhalb der angezeigten Teilmenge von Partien durchzuführen. Diese Option ist besonders nützlich bei den Anzeigen im Spieler - oder Turnierindex und man kann damit rasch die Suchergebnisse verfeinern. Es ist wichtig für das Verständnis, dass sich die Suchabfrage ausschließlich auf die Inhalte der angezeigten Liste bezieht!

Anwendungsbeispiel: Sie haben eine Suche nach allen Partien von Kasparov durchgeführt. Danach soll die Suche mit der Option 'Filter benutzen' weiter eingeschränkt werden, z.B. auf alle Partien die Kasparov gegen seinen Dauerrivalen Karpov gespielt hat. Zuerst startet man den Spielerindex und gibt in der Eingabezeile den Namen von Kasparov ein. In der rechten Fensteransicht werden jetzt alle Partien von Kasparov gelistet. Die Filteroption führt jetzt schnell zum Ziel, um die Anzeige auf Partien zu beschränken, die Kasparov gegen Karpov gespielt hat.

Ein Klick auf 'Filter' unterhalb der Partieliste startet die Suchmaske. Nach Eingabe des zu suchenden Spielers (Karpov, An) muss unbedingt die Option 'Filter benutzen' aktiviert werden. Die Suche erstreckt sich jetzt ausschließlich auf die Teilmenge der angezeigten Kasparov-Partienliste und listet umgehend das verfeinerte Ergebnis auf. Solange das Kriterium des Filters aktiv ist, wird der Button für den Filter rot eingefärbt angezeigt. Mit einem erneuten Klick auf den Button kann der Filter wieder deaktiviert werden.

Drohungen anzeigen mit ChessBase 9.0

Startet man unter ChessBase 9.0 ein Brettfenster, findet man im Hilfemenü zwei neue Funktionen, die mittels graphischer Pfeile Drohungen auf dem Schachbrett anzeigen. Diese Anzeige von möglichen Drohungen wird mit Hilfe einer internen Schachengine realisiert.

Die aktuelle direkte Drohung wird mit einem orangen Pfeil auf dem Brett gekennzeichnet, während ein blauer Pfeil einen Zug auf dem Brett anzeigt, der die unangenehmste Drohung verursacht. Das Prinzip ähnelt der Analysefunktion mit einer Analyseengine im Enginefenster. Läuft eine Engine im Hintergrund mit, kann man mit dem Tastendruck x die aktuelle Drohungen berechnen lassen. Die Anzeige mit den Pfeilen ist eindeutig intuitiver, weil die Drohung unmittelbar auf dem Schachbrett visuell angezeigt wird.

Drohungen

Je nach Einstellung kann es während des Nachspielens oder der Eingabe einer Partie einige Zeit dauern, bis auf dem Brett die Hinweise angezeigt werden. Am schnellsten geht das mit einem Rechtsklick auf den Hintergrund des Brettfensters. Wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag 'Optionen - Engines'. Unter dem Abschnitt 'Drohung' ist die Rechentiefe der internen Engine über den Schiebeschalter in sechs Stufen einstellbar. Schiebeschalter nach rechts bedeutet eine höhere Rechentiefe und damit bessere Qualität, dafür wird entsprechend mehr Zeit für die Anzeige benötigt.

Peter Schreiner

ChessBasePeter Schreiner