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Diagramm 20-2006
 
Diagramm 20 – 2006
Die Stellung sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Aber Schwarz am Zuge fand eine hübsche Kombination und stellte die Weichen auf Sieg.
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zu www.chessbase.dePeter Schreiner
 
 
Trainingsaufgaben erstellen mit CB 8.0
von Peter Schreiner - September 2003
 
Auf den Trainings-CDs von ChessBase findet man fast immer eine kleine Datenbank, in denen Partien oder Positionen mit eingestreuten Trainingsfragen enthalten sind. Wie in einer Turnierpartie muss der Anwender versuchen, den Lösungszug selbständig bei begrenzter Bedenkzeit zu ermitteln. "Learning by doing" ist eine bewährte Methode zur Festigung von bereits erlerntem Wissen und die Trainingsfragen helfen dem Anwender enorm dabei. Alle neueren Versionen der Fritz-Programme generieren automatisch solche Trainingsfragen bei der Vollanalyse von Schachpartien.
 
Wenn Sie Schachtrainer oder Leiter einer Jugendgruppe sind, möchten Sie bestimmt selbst Trainingsaufgaben erstellen und diese ihren Schülern zur Verfügung stellen. Fragt sich nur: "Wie kann man das mit Fritz realisieren?" Die Antwort ist einfach. Mit Fritz kann man keine eigenen Trainingsaufgaben erstellen, dafür muss man eine spezialisiertes Tool wie das Datenbankprogramm ChessBase 8 einsetzen. Schauen wir uns einmal an, wie man damit eigene Trainingsaufgaben erstellen kann.
 
Im ersten Schritt lädt man eine Partie aus einer beliebigen Datenbank. Eine wichtige Grundvoraussetzung: Damit man eine Trainingsfrage in die Notation integrieren kann, muss die Datenbank im aktuellen CBH-Format gespeichert sein. Mit den älteren Datenformaten CBF oder PGN ist das nicht möglich!
 
Als Beispielpartie wählen wir die folgende klassische Partie, die in der Partiendatenbank MegaBase oder Big Database 2003 enthalten ist:
 
Nimzowitsch,A - Tarrasch,S St. Petersburg 1914
1.d4 d5 2.Sf3 c5 3.c4 e6 4.e3 Sf6 5.Ld3 Sc6 6.0-0 Ld6 7.b3 0-0 8.Lb2 b6 9.Sbd2 Lb7 10.Tc1 De7 11.cxd5 exd5 12.Sh4 g6 13.Shf3 Tad8 14.dxc5 bxc5 15.Lb5 Se4 16.Lxc6 Lxc6 17.Dc2 Sxd2 18.Sxd2 d4 19.exd4
An dieser Stelle spielte Tarrasch gegen seinen alten Widersacher triumphierend das starke Läuferopfer auf h2. Nehmen wir an, Sie möchten an dieser Stelle in die Notation eine Trainingsfrage vor dem Läuferopfer einfügen, wobei der Rest der Notation verborgen wird. Bevor wir dazu übergehen, noch die Restnotation des Partieklassikers: 19...Lxh2+! 20.Kxh2 Dh4+ 21.Kg1 Lxg2!! 22.f3 Tfe8 23.Se4 Dh1+ 24.Kf2 Lxf1 25.d5 f5 26.Dc3 Dg2+ 27.Ke3 Txe4+ 28.fxe4 f4+ 29.Kxf4 Tf8+ 30.Ke5 Dh2+ 31.Ke6 Te8+ 32.Kd7 Lb5 matt
 
Um eine Trainingsfrage einzufügen, setzen wir im ersten Schritt den Cursor auf den Schlüsselzug, in unserem Beispiel also auf 19 ...Lxh2.
 
Hinweis: Klicken Sie immer zuerst den Schlüsselzug an, bevor Sie den Dialog zum Einfügen der Frage aufrufen! Zum Eingabedialog führen zwei Wege. Entweder gibt man auf der Tastatur den Hotkey "STRG-ALT-M" ein oder Rechtsklick auf den Schlüsselzug und dann aus dem Kontextmenü Spezialkommentar - Trainingsaufgabe eingeben. Daraufhin erscheint der Eingabedialog, in dem die Trainingsfrage eingeben können.
 
Trainingsfrage eingeben
 
Im ersten Abschnitt befindet sich ein großes Texteingabefenster mit der Bezeichnung Frage. Hier kann man den Text für die Fragestellung eingeben. Über die Reiter über dem Eingabefenster kann man die gewünschte Sprache für die Trainingsaufgabe auswählen. Hinweis: Es gibt sogar die Möglichkeit, Audiokommentare einzugeben, wenn ein Mikrofon an dem Rechner angeschlossen ist. Dazu klickt man einfach den Button mit dem Mikrofon an und erhält den Dialog Sprachaufzeichnung:
 
SprachaufzeichnungEin Klick auf den Button mit dem roten Symbol startet die Aufnahme, ein Klick auf den Button mit dem schwarzen Symbol stoppt sie. Mit Hilfe des Pfeilbuttons kann man den Audioclip vorspielen. Nachdem man die Qualität und damit die Dateigröße festgelegt hat, speichert "OK" die Aufnahme innerhalb der Datenbank als Trainingsfrage.
 
In der Regel werden Sie Trainingsfrage neutral nur als Text einfügen. Wenn Sie Standard falsch anklicken, können Sie einen Standardkommentar eingeben, oder aufnehmen, der eingeblendet wird, wenn der Anwender nicht den richtigen Schlüsselzug auf dem Brett eingibt. Im Eingabefeld gibt man den Text ein, der als Feedback auf die fehlerhafte Eingabe erscheint. Zusätzlich kann man auf dem kleinen Minibrett farbige Markierungen setzen, falls später eine optische Hilfestellung angezeigt werden soll.
 
Es gibt die Möglichkeit, für den Anwender zwei "Tipps" einzufügen. Diese können vom Anwender angefordert werden, wenn er einmal nicht weiter weiß. Dazu klicken wir zuerst auf Hilfe 1 und geben den ersten Tipp in dem Eingabefenster ein. Wie zuvor wird mit Hilfe des Sonderzeichens "*" angezeigt, dass bereits ein Kommentar eingefügt wurde. Der zweite Tipp wird über den Schalter Hilfe 2 analog eingefügt.
 
Im nächsten Schritt setzt man die Bedenkzeit, die für die Lösung der Trainingsaufgabe zur Verfügung steht. Die Voreinstellung beträgt 300 Sekunden, also 5 Minuten. Je nach Komplexität der Aufgabe können sie also individuell die Bedenkzeit für die Lösung vergeben. Jetzt kommen wir zum etwas kniffligeren Teil des Eingabedialoges. Es besteht die Option, Kommentare für den aktuellen Partiezug zu erzeugen und zusätzliche Züge und Kommentare einzufügen.
 
KommentareDer aktuelle Partiezug gilt in unserem Beispiel als der anzugebende Lösungszug und wird in der Zugliste angezeigt. Ein Klick auf den Button Feedback ermöglicht es, einen Kommentar einzugeben, der dann eingeblendet wird, wenn der Anwender den richtigen Lösungszug ausführt. Nach der Eingabe des Kommentars ist der Button wiederum mit einem Sonderzeichen markiert.
 
Besonders motivierend ist für viele Anwender ein Punktesystem, bei dem für jede richtige Lösung eine bestimmte Anzahl von Punkten vergeben wird. Der Grundwert beträgt 10 Punkte, wir können aber eine beliebige Anzahl von Punkten für eine richtige Lösung vergeben. Dabei ist zu beachten, dass jede falsche Eingabe des Anwenders mit einem Punkteabzug geahndet wird. Wenn Zugvorschläge abgerufen oder der Hilfebutton angeklickt wird, gibt es ebenfalls einen Punkteabzug.
 
Bevor man ein Punktesystem festlegt, sollte man sich vorher Gedanken darüber machen, wie die Gesamtzahl der möglichen Punkte verteilt wird. Eine häufig benutzte Methode besteht darin, dass man innerhalb einer Partie mehrere Trainingsfragen einstreut. Hier wird häufig ein Maximalwert von 100 erreichbaren Punkten gesetzt, auf den man für die unterschiedlichen Trainingsfragen je nach Schwierigkeitsgrad einen entsprechenden Punktebonus vergibt.
 
In der oben abgebildeten Zugliste kann man neue Züge mit entsprechenden Kommentaren eingeben. Dazu geben wir in der keinen Eingabezeile neben dem Button Neu den Zug ein. Den bereits existenten Eintrag entfernt man mit Entf oder der Leertaste auf der Tastatur. Mit einem Klick auf Neu wird der Zug übernommen, über Feedback und Punkte vergibt man den Kommentar und den Punktebonus.
 
erweiterte ZuglisteDie Grafik zeigt ein Beispiel für eine erweiterte Zugliste. Einen Textkommentar fügt man ein, indem man den Zug markiert und über Feedback den passenden Kommentar, über Punkte den entsprechenden Bonus eingibt.
 
Wenn die Trainingsaufgabe fertiggestellt ist, beendet man die Arbeit mit einem Klick auf OK. In der Partienotation werden die Trainingsfragen mit mehreren Zeichen (***) gekennzeichnet. An dieser Stelle befinden sich die eingebetteten Trainingsfragen.
 
Zum Schluss folgt noch ein wichtiger Schritt: Wir müssen unsere Arbeit unbedingt abspeichern. Unter Datei wählt man Ersetzen, um die Trainingsfragen dauerhaft in der Datenbank abzuspeichern. Bleibt nur noch die Frage abzuklären, wie man interessierten Anwendern das Trainingsmaterial zugänglich macht. Da eine Datenbank immer aus mehreren Dateien besteht, sollte man die Datenbank zu einer einzigen Datei komprimieren. Ein Rechtsklick im Datenbankfenster auf die Trainingsdatenbank - Extras - Sicherheitskopie/Archiv erzeugen packt alle Dateien übersichtlich in eine einzige Datei mit der Endung *.CBV zusammen. Die kann man problemlos per E-Mai oder auf Datenträgern verschicken, der Anwender kann die Datenbank mit jedem neueren Fritz oder ChessBase einlesen und sich mit dem neuen Trainingsmaterial beschäftigen.
 
Der Anwender kann jetzt auf dem Schachbrett mögliche Lösungszüge eingeben. Bei der Eingabe der richtigen Lösung (in unserem Beispiel 19...Lxh2), bekommt er das entsprechende Feedback, das wir entsprechend vorgegeben haben. Falls er einen anderen Zug eingibt, bekommt er entweder die Standardantwort und bei Zügen aus der erweiterten Zugliste werden die entsprechenden vordefinierten Kommentare angezeigt. Auch die unter Hilfe 1 + 2 angegebenen Tipps sind sicher eine willkommene Hilfe bei schwierigen Aufgaben.
 
Enthält eine Datenbank mehrere Aufgaben, merkt sich das Programm, welche Aufgaben bereits bearbeitet wurden und speichert die erzielten Punkte. Ist der Schalter "Zufallstraining" aktiv, wird beim Öffnen der Datenbank nicht die Datenbankliste, sondern direkt eine zufällig ausgewählte Trainingsstellung präsentiert.
 
Eine wichtige Funktion steht im Datenbankfenster unter Bearbeiten - Eigenschaften - Schalter "Training" zur Verfügung. Damit zeigt man die Zahl der in dieser Datenbank bearbeiteten Partien mit Trainingsaufgaben und die erzielten Punkte an.
 
Peter Schreiner
 
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