Damengambit - D6o

Botvinnik, Mikhail
Batuyev, A.

Leningrad-ch 1930

 

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 Le7 5.e3 0-0 6.Sf3 Sbd7 7.Ld3 dxc4 8.Lxc4 c5 9. 0-0 cxd4 10.exd4

Der ehemalige Weltmeister begründet seine Entscheidung zu diesem Zug selbst. "Ich befolgte den Rat von Tarrasch, in derartigen Stellungen mit einem Damenisolani zu spielen. Die Entscheidung wird dadurch begründet, dass der schwarze Springer auf d7 das Geschehen im Zentrum nicht beeinflusst und den Aufmarsch der weißen Kräfte nicht entscheidend stören kann."

Nach 10.Sxd4 entsteht eine symmetrische Stellung, in der Weiß zwar einen offensichtlichen Entwicklungsvorsprung hat, die Remistendenz dennoch stark ausgeprägt ist.

10...Sb6 11.Lb3 Sbd5 12.Se5

Schwarz hat das Blockadefeld und Weiß das Vorpostenfeld jeweils mit einem Springer besetzt.

12...Sd7

Der Nachziehende möchte Material abtauschen.

13.Lxe7 Sxe7 14.De2 Sf6 15.Tfd1 b6 16.Tac1 Lb7 17.f3!

Mit diesem Zug schlägt Botvinnik zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Aktivität des Läufers b7 wird eingeschränkt und er verschafft sich Zugang zu den Feld e4.

17...Tc8?

Nach diesem Versehen gewinnt Weiß auf sehr effektvolle Weise. Nach 17...Sed5 18.Se4 Tc8 19.Txc8 Lxc8 20.Lc2 ist die Stellung ausgeglichen.

18.Sxf7! Txf7

Auch 18...Kxf7 19.Dxe6+ Ke8 20.Sb5 Dd7 21.Sd6+ Kd8 22.Dxd7+ Kxd7 23.Sxb7 rettet den Nachziehenden nicht.

19.Dxe6 Df8

Der Versuch, die Diagonale a2-g8 mit 19...Sed5 jetzt noch zu verstellen, kommt hier bereits zu spät: 20.Sxd5 Sxd5 21.Lxd5 Lxd5 22.Txc8 +-

20.Se4 Txc1 21.Txc1 Sfd5 22.Sd6 La8 23.Te1 g6 24.Sxf7 Dxf7 25.Dxe7 1-0

Kommentar: Reinhold Ripperger