Französisch - Co2

Bangiev, Alexander (2395)
Nikolic, Predrag (2640)

DPMM 9899 - Lippstadt 1999

 

1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Ld7 6.Le2 Sge7 7.Sa3 Sg6 8.Sc2 Le7 9.0-0 0-0 10.Tb1 a5 11.Le3 cxd4 12.cxd4 Db6

Die Fortsetzung 12...Sb4 13.Sxb4 axb4 14.Ta1 ist für Weiß angenehmer.

13.a3 a4 14.Ld3 Sa5

Schwarz will mit Ld7-b5 die weißfeldrigen Läufer abtauschen. Da fast alle Bauern von Schwarz auf weißen Feldern stehen, käme ihm dieser Abtausch natürlich entgegen.

15.De2 Sb3 16.h4! Tfc8

Schlecht ist 16...Sxh4? 17.Sxh4 Lxh4 18.Dh5 mit Figurenverlust.

17.h5

Durch das Vorrücken des h-Bauern (h4-h5) gewinnt Weiß Raum am Königsflügel und legt die gesamte schwarze Bauernkette als ein Angriffsziel für die weißen Figuren fest. Er sollte im weiteren Spielverlauf bestrebt sein, die gegnerische Königsstellung zu öffnen.

17...Sf8 18.Sh2

Ein guter Zug. Weiß bereitet Sh2-g4-f6 bzw. Sh2-g4-h6 vor. Schwächer ist 18.Sg5?!, denn nach 18...Tc7 geht es nicht recht weiter.

18...Kh8

Mit 18...Ta5! hätte Schwarz das Feld b5 nochmals kontrollieren können. Er wäre dann in der Lage, den für ihn erstebenswerten Abtausch der weißfeldrigen Laeufer zu erzwingen: 19.Sg4 [oder 19.Dg4 Lb5 20.Lh6? Sg6! und die weißen Figuren hängen in der Luft.] 19...Lb5 20.Tfd1 [schlecht ist 20.Sh6+? gxh6 21.Dg4+ Sg6! mit schwarzem Vorteil.] 20...Lxd3 21.Txd3 Tb5 mit schwarzer Initiative am Damenflügel.

19.Sg4 Le8

Eine nützliche Umgruppierung: Schwarz bereitet sich auf Sg4-f6 vor. Nach 19...Tc7 20.Df3 Tac8 21.h6!? hat Weiß die Initiative.

20.Tfd1

Ein hilfreicher Zug, der den Bauern auf d4 nochmals sichern, sowie das Manöver Sc2-e1-f3 ermöglichen soll. 20.Df3 Tc7 21.Tfd1 [nicht 21.Sf6? wegen 21...Lb5!] 21...Tac8 ist eine Zugumstellung.

20...Tc7 21.Df3

Das Opfer 21.Sf6? taugt (noch) nichts: 21...gxf6 22.Lh6 f5 23.De3 Sd7 und Schwarz gewinnt.

21...Tac8 22.Sf6?!

Diesen Springerausfall habe ich seit längerer Zeit im Auge gehabt, kommt aber zum falschen Zeitpunkt, nämlich etwas zu früh. Besser war 22.Se1!? mit der Idee Df3-f4 gefolgt von Se1-f3 mit klarem Übergewicht am Königsflügel. Nach 22...Sxd4?! [auf 22...h6?! folgt 23.Sxh6! gxh6 24.Lxh6 Sd7 25.Dg4 Lf8 26.Dg5 und Schwarz ist in Schwierigkeiten.] 23.Df4! Lc5 24.h6! bekäme Weiß einen gefährlichen Angriff: 24...Sf5 25.Lxf5 exf5 26.Dxf5 Lxe3 27.hxg7+ Kxg7 28.Sxe3 und Weiß steht klar besser.

22...Lb5

Das Schlagen des Springers war gefährlich: 22...gxf6 23.exf6 Ld6 [schlecht ist 23...Ld8? 24.Df4! Sd7 25.Dh6 +-] 24.Dg4 Sg6 25.Se1! und die schwarze Lage ist schwierig.

23.Lxb5 Dxb5 24.Se1 Ld8!

Der Springer ist immer noch tabu. Nach 24...gxf6?! 25.exf6 Ld8 26.Lh6 hat Weiß wieder einen gefährlichen Angriff.

25.Dg4 gxf6 26.Lh6 Sg6 27.hxg6 fxg6

Nicht spielbar ist 27...hxg6? 28.Dh4 Kg8 29.exf6 und Weiß gewinnt.

28.Dxe6 Dc6

Hier dachte ich, dass Schwarz das Endspiel nach 28...Dd7! 29.Dxd7 Txd7 30.Sf3 Tdc7 anstreben sollte.

29.Dh3 Dd7 30.Df3?!

Besser war 30.Dxd7 Txd7 31.Sf3 mit Übergang zum obigen Endspiel.

30...De6! 31.Df4 g5!

Nun hat Schwarz die Initiative übernommen.

32.Dh2!? Tf7 33.exf6!?

Ein wichtiger Zug, der es dem Weißen ermöglichen soll, den Se1 über f3 auf e5 zu platzieren.

33...Lxf6 34.Sf3 Tg8

Hier war 34...Df5!? eine sehr gute Alternative.

35.Dh5!? Ld8!

Der Läufer soll nach b6, um von dort Druck gegen f2 auszuüben.

36.Te1 Df5 37.Tbd1 g4 38.Dxf5 Txf5 39.Se5

Nach 39.Sh2 Lf6 40.Le3 h5 41.Sf1 h4 ist Schwarz am Drücker.

39...g3?

Ein Zeitnotfehler. Die Fesselung auf der Diagonale g1-a7 bringt nichts ein. 39...Lb6 40.Le3 h5 41.Te2 hätte zu einer unklaren Stellung geführt.

40.fxg3 Lb6 41.g4!

Es könnte sein, dass Nikolic diesen Zug einfach übersehen hat. Weiß steht nun klar besser.

41...Sxd4?

Ein Fehler kommt selten allein. Schwarz stellt die Qualität ein, wonach die Partie gelaufen ist. Die Alternativen waren:
41...Txe5 42.Txe5 Lxd4+ 43.Txd4 Sxd4 44.Txd5 Sb3 45.g5 mit weißem Vorteil, oder
41...Tf6 42.g5 Tf5 43.g4 ebenfalls mit Vorteil für Weiß.

42.gxf5 Sxf5+ 43.Kh1 Sxh6 44.Txd5 Tg5 45.Td3 Kg8 46.Te4 Lc7 47.Sf3 Th5+ 48.Th4 Txh4+ 49.Sxh4 Le5 50.Td8+ Kf7 51.Td7+ Ke6 52.Txb7 1-0

Kommentare von Alexander Bangiev