Slawisch - D17

Rogozenko, Dorian (2531)
Atalik, Suat (2549)

Rumänische Mannschaftsmeisterschaft
Eforie Nord 2000, Runde 1

 

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Se5 Sa6 7.e3 Sb4 8.Lxc4 e6 9.0-0 Ld6 10.De2 Sbd5

Mit einer für mich neuen Stellung konfrontiert, beschloß ich, so prinzipiell wie möglich zu spielen. Das ist oft ein wichtiger Punkt in der Variante mit 6.Se5. Wenn Weiß sich zu dieser Variante entschließt, nimmt er eine gewisse Verantwortung auf sich, um Vorteil zu kämpfen. Oft, wenn Weiß zu "sanft" spielt, findet er sich in einer schlechteren Stellung.

11.f3 Sb6

Eine etwas seltsame Entscheidung, da der Springer 4 von insgesamt 11 Zügen macht. Allerdings sagte mir Suat nach der Partie, dass er diesen Zug zu Hause analysiert hätte und Weiß danach sehr energisch spielen muss, wenn er irgend etwas erreichen will. Die Idee des schwarzen Zugs beruht auf dem Umstand, dass Weiß seinen Läufer jetzt nicht zurückziehen kann. Wenn Schwarz irgendeinen der weißen Läufer tauschen kann, hätte er seine Eröffnungsprobleme gelöst.

11...Dc7 12.e4 Sxc3 13.bxc3 Lg6 14.La3! ± Bogoljubow-Pirc, Bled 1931

12.e4

Sonst kann Schwarz seine Aufgabe erfüllen und den Läufer c4 gegen seinen Springer tauschen. 12.Lb3? Lxe5 13.dxe5 Ld3 ist die Idee hinter 11...Sb6.

12...Lg6

12...Lxe5? 13.dxe5 Dd4+ 14.Le3 Dxc4 15.exf6 Lg6 16.fxg7 +-
12...Sxc4? 13.Sxc4 Lg6 14.e5 darf Schwarz nicht spielen.

13.Lb3!

Einen Bauern für Initiative zu opfern ist die richtige Entscheidung. 13.Le3 Dc7! [13...Sxc4 14.Sxc4 Lc7 ist unklar.] 14.La2 Lxe5 [14...Sbd7!] 15.dxe5 Dxe5 16.f4 Dh5 17.Dxh5 Lxh5 18.h3 mit Kompensation in Knaak-Böhnisch, Leipzig 1978

13...Lxe5

13...c5 14.Db5+ [14.Le3!? mit leichtem Vorteil für Weiß.] 14...Sfd7 15. Lf4! mit weißer Initiative.

14.dxe5 Dd4+

Schwarz muss das Bauernopfer annehmen, da Weiß sonst bei materiellem Ausgleich einfach besser steht: 14...Sfd7 15.f4 Sc5 16.Lc2 ±

15.De3

Die Dame räumt die Diagonale d1-h5, damit der Zug Lh5 später nicht mit Angriff auf die Dame erfolgt. 15.Le3 Dxe5 16.a5 [16.f4?! Da5 17.f5 Lh5 mit schwarzem Vorteil.] 16...Sbd7 ergibt eine unklare Stellung.

15...Dxe5

15...Dxe3+ 16.Lxe3 Sfd7 17.a5 Sc8 18.f4 +-

16.f4 Dc7

Zu passiv. Die schwarze Stellung ist potenziell sehr gefährdet. Sein König steht noch im Zentrum, seine Leichtfiguren stehen schlecht und Weiß hat seine Bauern bereits nach e4 und f4 vorgerückt. Deshalb besteht die einzige Chance von Schwarz darin, jede Gelegenheit zu ergreifen, aktiv zu werden und Weiß irgendwelche Probleme zu stellen.

Besser ist 16...Da5 17.f5 Lh5 18.fxe6 [18.h3 Db4! das meinte ich in meiner vorherigen Anmerkung. Ich gebe zu, dass Weiß hier vielleicht auch klar besser steht, aber jetzt verursacht die schwarze Dame einigen Ärger und Weiß muss stets die schwarzen Gegenchancen in Betracht ziehen. In der Schachliteratur habe ich einmal gelesen, dass die Seite, die Material nimmt und es dem Gegner gestattet, die Initiative zu ergreifen, ihre aktiven Figuren nicht zurückziehen sollte. Sie müssen aktiv bleiben, um den Gegner zu stören und ihn daran zu hindern, seine Initiative zu vergrößern.] 18...0-0 19.Tf5 mit weißer Initiative.

17.f5 Lh5 18.h3!?

Jetzt ist es leicht, mit Weiß zu spielen. Im gegnerischen Lager gibt es keine Figuren mehr, die Weiß an der Ausführung seines Plans hindern könnten. Siehe die vorherige Anmerkung. Gut war auch 18.fxe6 0-0 19.a5 Sc8 20.e5 ±

18...Sbd7 19.a5!

19.g4 Lxg4 20.hxg4 Sxg4 und Schwarz hat Gegenspiel.

19...De5 20.g4 Sxg4 21.hxg4 Lxg4

Drei Bauern für den Läufer sind in einer solchen Stellung nicht genug. Das schwarze Problem besteht darin, dass Weiß noch immer über eine starke Initiative verfügt.

22.Df4

22.Df2!?

22...Dxf4 23.Lxf4 Ke7

23...exf5 24.Ld6! +-

24.Le3 Thd8 25.Tf4! h5

25...Se5 26.Lc5+ Kd7 [26...Ke8 27.fxe6 fxe6 28.Taf1 +-] 27.fxe6+ Lxe6 28.Td1+ Kc7 29.Txd8 Txd8 30.Lxe6 fxe6 31.Lxa7 +-

26.Txg4!

26.Taf1 ±

26...hxg4 27. fxe6 Se5

Schwarz leistet starken Widerstand, kann das Unvermeidliche aber am Ende doch nicht verhindern. 27...fxe6 28.Lg5+ Sf6 29.e5 +-

28.exf7 Kf6 29.Tf1+ Sf3+ 30.Kg2 b6 31.axb6 axb6 32.Lxb6

32.Kg3 Kg6 33.Se2

32...Tdb8 33.Lc5

33.e5+! Kg6 34.e6 Txb6 35.e7 Tbb8 36.Kg3

33...Txb3 34.f8=D+ Txf8 35.Lxf8 Txb2+ 36.Kg3 Kg6 37.Tc1 Kf7

Besser ist 37...Se5 38.Ld6 Kf6

38.Ld6 Ke6 39.Kxg4 Sd4

39...Se5+ 40.Lxe5 Kxe5 41.Kf3 Tb4 42.Td1! [42.Ke3 Tc4 43.Kd3 Td4+ 44.Kc2]

40.Lg3 Tb3 41.Lf2 Ke5 42.Td1 c5 43.Lg3+ Ke6 44.Sd5 g5 45.Ta1 Sc6 46.Ta6 1-0

Kommentar: Dorian Rogozenko