Das PGN-Format ist das Standardformat zum Speichern von Schachpartien. Es wird von jedem vernünftigen Schachprogramm unterstützt und ist deshalb für den Datenaustausch extrem wichtig. Nachdem wir ausführlich das
EPD-Format besprochen haben, folgen nun einige nützliche Informationen zum PGN-Format. Am Anfang einer im PGN-Format gespeicherten Partie stehen die Partiedaten. Dabei sind folgende sieben Datenfelder nach dem PGN-Standard zwingend vorgeschrieben:
Das ganze Procedere ähnelt sehr stark dem EPD-Format, nach den Partiedaten folgt eine Leerzeile und danach werden die Züge, bzw. die Notation aufgelistet. Die Notation ist leicht verständlich: es ist die übliche Kurznotation mit den englischen Figurenkürzeln (KQRBN für KDTLS). Dabei müssen folgende Konventionen beachtet werden:
- Vor einem weißen Zug steht immer die Zugnummer, gefolgt von Punkt und Leerzeichen.
- Für Schlagzüge ist stets ein "x" zu verwenden, z.B. dxe5.
- Für Schachgebote ist ein "+" zu verwenden, z.B. Bb5+.
- Ein Schachmatt muss durch "#" gekennzeichnet werden, z.B. Qh4#.
- Für Rochaden ist der Großbuchstabe "O" (nicht die Ziffer "0") zu verwenden, z.B. O-O-O.
- Remiszüge (Patt, Stellungswiederholung, 50-Züge-Regel) werden nicht gekennzeichnet.
- En passant-Schlagzüge werden nicht gekennzeichnet.
- Bei Bauernumwandlungen muss vor der Umwandlungsfigur ein "=" stehen, z.B. e8=Q.
Nach der Auflistung der Partienotation folgt wieder ein Leerzeichen, dann das Ergebnis und wiederum eine Leerzeile. Jede Zeile darf maximal 79 Zeichen enthalten und muss (falls notwendig) danach umgebrochen werden. PGN-Dateien können auch Kommentare und Varianten enthalten und zumindest theoretisch gibt es keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Anzahl der zu speichernden Partien in einer einzigen PGN-Datei.
Sie werden sich nun sicher fragen, ob Sie diese Struktur unbedingt kennen müssen. In der Regel nicht, denn die diversen Programme erledigen dies weitgehend automatisch. Aber wie immer im Leben, ist es mit den Standards, z.B. dem PGN-Standard, so eine Sache. Alle sind kompatibel, manche eben noch kompatibler ...
Es kann also durchaus immer wieder einmal vorkommen, dass Sie eine für Sie wichtige PGN-Datei nicht einlesen können, weil einer der zuvor beschriebenen Formalismen nicht korrekt implementiert oder eingehalten wurde. In diesem Fall müssen Sie selbst "Hand anlegen." Eine "Spezialseite" zum Thema PGN-Tools finden Sie im Internet unter
http://pgn.freeservers.com