Logo "blaue" Seiten

 
 
 
 
- Anzeige -
Für den Erwerb von Schachartikeln empfiehlt Ihnen der SC Leinzell den
 Schachversand Dreier 
 
 

Testen Sie Ihr Schach!

Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
Die schwarzen Figuren stehen äußerst aktiv. Nun gilt es loszuschlagen. Haben Sie eine Idee, wie Schwarz seinen Gegner zur Aufgabe zwang?
 zur Lösung 
 
 
 
 
zur Startseite
 News | Sitekalender | Sitemap | Team | Kontakt 
Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Das Computerschachglossar
von Peter Schreiner - Teil 1, A - E
   
Alpha - Beta
Damit beschreibt man ein Verfahren, das zu einer drastischen Steigerung der Rechentiefe führt. Bei der Vorausberechnung eines Zuges werden größere Teile des Suchbaums "abgeschnitten." Bestimmte Zugfolgen werden also einfach ignoriert, ohne dass das Ergebnis im Idealfall davon berührt wird. Das Prinzip dieser Technik beruht darauf, dass ein Zug nicht vollständig überprüft werden muss, wenn bereits ein besserer Zug bekannt ist. Wenn das Programm erkennt, dass der momentan analysierte Zug schlechter als die bisher am günstigsten bewertete Alternative ist, muss er nicht weiter überprüft werden. Der Alpha-Beta-Algorithmus hat zu einer bedeutenden Steigerung der Spielstärke von Schachprogrammen beigetragen.
 
 
Analysemodus
In diesem Modus bewertet das Schachprogramm die aktuelle Brettposition, ohne einen Zug auszuspielen. Diese Option ist besonders beim Eingeben oder Nachspielen von Partien sehr nützlich.
 
 
Analysestufe
Jedes vernünftige Schachprogramm bietet eine Analysestufe. Das Programm berechnet und bewertet so lange eine bestimmte Stellung, bis der Anwender den Rechenvorgang unterbricht.
 
 
Anti-Computerschach
Als Anti-Computerschach bezeichnet man bestimmte Spielstrategien, bei denen versucht wird, gezielt die typischen Schwächen der heutigen Programmgeneration auszunutzen. Nach wie vor tun sich Schachprogramme sehr schwer mit der Beurteilung von Zügen, die auf einer langfristig orientierten Strategie basieren, wie z.B. in geschlossenen Positionen oder auch bei langfristig angelegten Königsangriffen.
 
 
Algorithmus
Ein "Algorithmus" ist per Definition eine exakte Anweisung zur Lösung eines bestimmten Problems in einer endlichen Anzahl von Schritten. Dieser Begriff wird in der Programmierung häufig angewandt.
 
 
Adapter
Beim Computerschach bezeichnet man ein Programm als Adapter, welches ein bereits existierendes Kommunikationsprotokoll von Engine-Systemen erweitert. Gelungene Beispiele dafür sind z.B. die von Stefan Meyer-Kahlen und Mathias Feist entwickelten Adapter für die zahlreichen Winboard-Engines. Diese für die Freeware Winboard entwickelten Schachprogramme laufen mit Hilfe der speziellen Adapter auch unter kommerziell vertriebenen Benutzeroberflächen wie Shredder 5, Fritz 6 oder Chess Genius 6.
 
 
Autoplayer 232
Mit Hilfe des Autoplayers ist es möglich, 2 Schachprogramme, die dieses Protokoll unterstützen, vollautomatisch auf 2 verschiedenen Rechnern gegeneinander spielen zu lassen. Voraussetzung sind zwei PCs, die mit einem Null-Modem-Kabel über die serielle Schnittstelle miteinander verbunden sind. Prinzipiell ist es auch möglich, den Autoplayer auf einem einzigen Rechner zu betreiben. Die aktuellen Schachprogramme von ChessBase, Shredder 5.0 und Chess Tiger bieten ein erweitertes Protokoll, mit dem es möglich ist, auf einem Parallelrechner oder in einem Netzwerk zwei Programme vollautomatisch gegeneinander spielen zu lassen.
 
 
Bauerneinheiten
Eine Bauerneinheit dient einem Schachprogramm als Maßeinheit zur Einschätzung und Bewertung einer Stellung. Es existiert eine Faustregel, wonach der Tauschwert von Figuren in Bauerneinheiten festlegt wird:
Dame9 Bauerneinheiten
Turm=5 Bauerneinheiten
Läufer=3 Bauerneinheiten
Springer =3 Bauerneinheiten
Bauer=1 Bauerneinheit
Dieses System dient nur als grobe Grundorientierung. Positionelle Kriterien fließen ebenfalls in die Bewertung eines Schachprogramms mit ein und werden je nach Situation in Form von Bruchteilen einer Bauerneinheit oder deutlich höher angegeben.
 
 
Bewertungsfunktion
Die Bewertungsfunktion stellt einen der wichtigsten Bausteine eines Schachprogramms dar. Mit der Bewertungsfunktion werden die aus der Suche resultierenden Stellungen einer Überprüfung unterzogen. Das wichtigste Kriterium ist fast immer die Materialkonstellation auf dem Brett. Weitere positionelle Kriterien wie z.B. offene Linien, Mobilität, Bauernstruktur, Zentralisierung, usw. fließen ebenfalls in die Bewertungsfunktion mit ein.
 
 
Datenformate
Ein sinnvolles Arbeiten mit mehreren Schachprogrammen und einer Schachdatenbank ist nur dann möglich, wenn die Möglichkeit besteht, mehrere Schachnotationen oder Positionen kompakt in einer einzigen Datei abzuspeichern. Ein gravierendes Problem in den Anfängen des Computerschachs bestand darin, dass jedes Schachprogramm mit einem hauseigenen Datenformat daherkam, das zu anderen Programmen so gut wie nie kompatibel war. Es fehlte einfach ein Standard zur Speicherung von Partien und Positionen. Mittlerweile hat sich die Situation grundlegend geändert und es haben sich einige Standards etabliert, mit denen man seine Daten effizient verwalten und mit anderen Programmen oder Anwendern austauschen kann. Mit den folgenden Datenformaten werden Sie als Anwender von Schachsoftware besonders häufig konfrontiert:
 
PGN-Format
Das PGN-Format hat sich als Standard zur Speicherung von Schachpartien insbesondere im Internet durchgesetzt. Der Grund: im Unterschied zu spezialisierten, komplexen Dateiformaten basiert PGN auf reinem Ascii-Text. Da die Daten im reinen Textformat gespeichert werden, kann man danach die Notationen mit jeder beliebigen Textverarbeitung weiterverarbeiten. Innerhalb des PGN-Formates werden neben den Notationen auch Informationen wie die Spielernamen, Jahr, Ergebnis, Eröffnungscode, Kommentare und Varianten eingefügt. In einer PGN-Datei können mehrere Partien, aber auch reine Schachpositionen gespeichert sein. Nachteil: bei großen Partiensammlungen benötigt das PGN-Format deutlich mehr Festplattenspeicher als die spezialisierten Dateiformate.
 
EPD-Format
Ebenfalls auf reinem Ascii-Text basiert das EPD-Format, das ausschließlich zur Speicherung von Schachpositionen benutzt wird. Eine EPD-Datei kann mehrere Positionen enthalten. Genau wie das PGN-Format ist EPD ein besonders beliebtes Format im Internet. Grund: die Struktur der internen Datenformate von kommerzieller Schachsoftware sind in der Regel nicht dokumentiert oder frei verfügbar. Aus diesem Grund wurden Datenformate entwickelt, die auf einem reinem Ascii-Text basieren und deren Dokumentation für jedermann zugänglich ist.
 
CBF-Format
Das CBF-Format stammt von dem Datenbankspezialisten ChessBase und wird mittlerweile von etlichen kommerziellen Schachprogrammen genutzt. In CBF-Dateien können neben der reinen Partienotation auch Varianten nebst Untervarianten und Textkommentare enthalten sein. Beim Nachspielen einer Partie werden die Texte und Varianten in der Notation angezeigt. In einer CBF-Datei können sowohl Partien oder nur Stellungsfragmente, also Positionen, gespeichert sein.
 
Neben der reinen Notation wird zu jeder Partie noch eine Vielzahl weiterer wichtiger Informationen gespeichert. Neben den Partiezügen können Sie die Spielernamen, Jahr, Resultat, Eröffnungscode, Kommentare und Varianten in einer CBF-Datenbank speichern. Ein großer Vorzug des CBF-Formates besteht darin, dass die Daten sehr komprimiert gespeichert sind und deutlich weniger Plattenkapazität beansprucht wird. Ein weiteres Plus: eine CBF-Datenbank besteht immer nur aus zwei Dateien. Damit ist das Handling mit CBF-Datenbanken sehr transparent und für den Anwender übersichtlich.
 
CBH-Format
Eine Weiterentwicklung des zuvor besprochenen CBF-Formates stellt das mit der Markteinführung von ChessBase 6.0 eingeführte CBH-Format dar. Im Zeitalter von Multi-Media zeigten sich die Grenzen des CBF-Formates auf, da es keine Einbindung von Grafiken, Videos, Ton usw. ermöglichte. Gegenüber dem CBF-Format weist das CBH-Format signifikante Vorzüge auf: neben Varianten und Text können diverse Multimedia-Komponenten eingefügt und gespeichert werden. Farbige Markierungen auf dem Schachbrett, Grafiken, Ton, Videos, Trainingsfragen in der Notation oder der Support für unterschiedliche Sprachen erweitern die Funktionalität von ChessBase und der hauseigenen Schachprogramme in erheblichem Ausmaß.
 
 
Die ECO-Klassifikation
Die ECO-Schlüssel repräsentieren ein System zur Klassifizierung von Schacheröffnungen. Der Name leitet sich von der Enzyklopädie der Schacheröffnungen (engl. Encyclopaedia of Chess Openings) ab und ist ein international anerkannter Standard. Dabei besteht jeder Schlüssel aus einem Buchstaben A bis E und einer zweistelligen Zahl von 00 bis 99. Insgesamt gibt es also 500 Schlüssel von A00 bis E99. Die ECO-Schlüssel sind eine sehr wichtige Hilfe, um Partien mit bestimmten Eröffnungen aus einer Partiendatenbank herauszufiltern.
 
Sie haben gegenüber sprachlichen Eröffnungsbezeichnungen außerdem den Vorteil, dass sie wesentlich präziser definiert und international verständlich sind. Fast alle kommerziellen Programme wie z.B. Fritz oder Shredder zeigen den ECO-Schlüssel einer Partie am Bildschirm an und können die Kennung mit der Partie speichern. Die aktuellen Top-Programme berücksichtigen auch mögliche Zugumstellungen relativ genau und ordnen die meisten Partien korrekt ein. In seltenen Fällen kann es bei ungewöhnlichen Zugfolgen zu einer fehlerhaften Klassifikation kommen.
 
 
Endspieldatenbanken
Endspieldatenbanken enthalten vollständig ausanalysierte Endspiele. Beim Zugriff auf die Datenbanken muss ein Schachprogramm die besten Züge nicht berechnen, sondern kann die Informationen direkt abrufen. Zur Zeit sind in den Endspieldatenbanken Drei-, Vier - und Fünfsteiner mit sämtlichen theoretisch möglichen Stellungen erfasst, bzw. gespeichert. Ein Schachprogramm mit einer Schnittstelle zu den Endspieldatenbanken behandelt ein Endspiel perfekt, wenn die entsprechende Stellung in der Datenbank inkl. aller Fortsetzungen gespeichert ist. Im Computerschach gibt es zwei zur Zeit zwei Typen von Endspieldatenbanken:
 
Thompson-Datenbanken von Ken Thompson
Die Endspieldatenbanken von Ken Thompson wurden erstmals 1991 veröffentlicht. Durch ein spezielles Komprimierungsverfahren passen die wichtigsten Endspiele auf vier CD-Roms. Diesen Datenbanken verdankt die Endspieltheorie einige wichtige neue Erkenntnisse. So konnte bewiesen werden, dass das Endspiel 2 Läufer gegen Springer grundsätzlich gewonnen ist oder dass in einigen Endspielen wie 2 Läufer gegen Springer oder 2 Springer gegen Bauer mehr als 50 Züge bis zum Gewinn benötigt werden. Der Zugriff auf die Thompson-Datenbanken verläuft statisch. Dies bedeutet, dass die in den Thompson-Datenbanken gespeicherten Informationen nur dann im Suchprozess des Schachprogramm genutzt werden, wenn sich die entsprechende Position auf dem Brett befindet.
 
TableBases von Eugene Nalimov
Die Endspieldatenbanken von Eugene Nalimov wurden 1998 veröffentlicht und sind den Thompson-Datenbanken konzeptionell überlegen. Auch diese Endspieldatenbanken kann man sich als riesiges Nachschlagewerk vorstellen, in dem bestimmte Schachstellungen (Endspiele) gespeichert sind. Die zur Zeit geläufigen TableBases enthalten für fast alle wichtigen Vier- und Fünfsteiner alle möglichen Stellungskonstellationen , die nach einem vorgegebenen Schema systematisiert sind. Für jede mögliche Position innerhalb einer bestimmten Figurenkonstellation ist eine Information über Gewinn, Remis oder Verlust gespeichert.
 
Falls die Stellung konkret gewonnen oder verloren ist, wird zusätzlich noch die maximale Anzahl von Zügen bis zum Matt angegeben. Ein Schachprogramm mit einer Schnittstelle zu den TableBases kann also eine absolute präzise Angabe über die meisten Drei-, Vier- und Fünfsteiner machen und wird dabei im Unterschied zu den Thompson-Datenbanken die Werte aus der Endspieldatenbank bereits in der Suche berücksichtigen. Im Lieferumfang der aktuellen Top-Programme wie Fritz oder Shredder sind alle Drei- und Viersteiner enthalten. Zusätzlich finden Sie noch eine Auswahl der wichtigsten, praxisrelevanten Fünfsteiner auf den CD-Roms.
 
Im Unterschied zu den Thompson-Datenbanken sollten sie auf der Festplatte installiert sein, damit das Schachprogramm einen schnellen Zugriff auf die Informationen während der Suche hat. Prinzipiell kann man die Datenbanken auch von CD-Rom nutzen, dies geht aber wegen dem deutlich langsameren Zugriff von CD mit einem erheblichen Performanceverlusten einher und bremst damit das Schachprogramm drastisch aus. Alle zur Zeit verfügbaren TableBases benötigen ca. 7 GB Festplattenkapazität.
 
 
Engine
Der englische Begriff "Engine" steht für den Teil eines Engine-Systems, der für die Berechnung der Züge zuständig ist, also das eigentliche Schachprogramm oder den Schachmotor. Bei den zuvor besprochenen Engine-Systemen kann man die Engine wechseln, parallel betreiben oder gegeneinander spielen lassen.
 
 
Engine-System
Nicht jeder gute Schachprogrammierer ist ein Experte in der Entwicklung von Benutzeroberflächen oder Datenbankanwendungen. Aus dieser Überlegung heraus wurden die Programme von mehreren Herstellern als Engine-System konzipiert. Dies bedeutet, dass eine strikte Trennung von Benutzeroberfläche und Schachprogramm vorgenommen wurde. Beide Programmteile sind voneinander unabhängige Anwendungen, die von Windows getrennte Rechenzeit und Ressourcen zugeteilt bekommen. Die Kommunikation zwischen Benutzeroberfläche und Schachprogramm, z.B. beim Eingeben der Züge auf dem grafischen Schachbrett, beim Ändern der Spielstufe usw. erfolgt über eine vordefinierte Schnittstelle. Diese Lösung bietet zahlreiche Vorteile:
 
Ein Autor des Schachprogramms kann sich ausschließlich auf die Entwicklung seiner Programmalgorithmen konzentrieren und muss nicht das Rad (Oberfläche, Datenbankfunktionen, usw.) zum wiederholten Male neu erfinden. Für den Anwender bietet sie den Vorzug, dass er das neue Schachprogramm unter einer vertrauten, ausgereiften Arbeitsumgebung ohne langwierige Einarbeitung nutzen und sich vollkommen auf Schach konzentrieren kann.
 
Aktuell dominieren drei wichtige Engine-Systeme den Markt. Unter den kommerziellen Vertretern wetteifern sowohl Fritz 6 als auch Shredder 5 um die Gunst der Anwender. Die Freeware Winboard fällt von den Ausstattungsmerkmalen gegenüber den kommerziellen Systemen ab, dafür sind für das Winboard eine Vielzahl von Schachprogrammen verfügbar.
 
 
zum Seitenanfang zurück | Teil 2, F - Z